Tanz auf dem Vulkan

Donnerstag 28.05.2026 19:30 Uhr
Mechthild Großmann Gottlieb Wallisch – Klavier

Der Rausch der 20er und 30er

Kristallsaal
Schloss Rothschild
Waidhofen an der Ybbs

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Zigarettenrauch im Halbdunkel, verruchte Bars der 1920er: Mechthild Großmann muss nur ihre Stimme erheben, schon sind wir dort; in einer Zeit, die geprägt war von extremen Gegensätzen zwischen ausschweifendem Nachtleben, künstlerischer Avantgarde und tiefem sozialen Elend.

Als Synonym für die Zwischenkriegszeit gilt Berlin. Berlin war berühmt für seine Kabaretts, Tanzlokale, Jazzmusik und ein freizügiges Nachtleben, das oft als Eskapismus vor den Problemen der Zeit diente. Durch den Zusammenschluss von 8 Stadtgemeinden und zahlreichen Umlandgemeinden wurde Berlin flächenmäßig zur zweitgrößten Stadt der Welt und zum kulturellen Epizentrum Europas, bevor die Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933 dem ein abruptes Ende setzte.
Pianist Gottlieb Wallisch, Professor an der Universität der Künste Berlin, hat neben dem klassischen Klavierrepertoire ein Faible für die Unterhaltungsmusik der 1920er- und 1930er-Jahre. Und so werden neben bekannten Komponisten wie Kurt Weill auch die zu Unrecht vergessenen Stars der Zwischenkriegszeit wieder vor den Vorhang geholt.

Texte von Else Lasker-Schüler, Bertolt Brecht, Kurt Tucholsky, Erich Kästner u. a.
Musik von Kurt Weill, Paul Hindemith, Misha Spoliansky, Wilhelm Grosz u. a.

Mechthild Großmann

Mechthild Großmann, zählt zu den profiliertesten Theater-, Film- und Fernsehschauspielerinnen in Deutschland
Von 1969 bis 1973 gehörte sie dem Ensemble des Theaters Bremen an, von 1973 bis 1975 folgte ein Engagement am Staatstheater Stuttgart. Im Jahr 1976 arbeitete Großmann ein erstes Mal mit Pina Bausch zusammen. Von 1977 bis 1979 war sie am Schauspielhaus Bochum. Im Anschluss daran war Mechthild Großmann viele Jahre als festes Mitglied und schließlich bis 2017 als Gast Teil des Tanztheaters Pina Bausch; sie war »Nichttänzerin« des Ensembles. Gastspiele mit der Compagnie führten sie rund um die Welt. In der Spielzeit 2017/18 spielte Großmann am Schauspiel Frankfurt. Großmann trat in zahlreichen Filmen unter der Regie von z.B. Rainer Werner Fassbinder, Caroline Link oder Elfie Mikesch auf.
Spätestens seit 2002 ist Großmann einem breiten Publikum durch ihre Rolle der Staatsanwältin im Tatort Münster bekannt geworden.
Mit ihrer markanten Stimme verleiht Mechthild Großmann zahlreichen Hörbüchern einen unvergleichlichen Charakter, außerdem tritt sie immer wieder mit Lesungen auf. Zehn Semester lang unterrichtete sie als Dozentin für Tanzgeschichte und Schauspiel an der Folkwang Universität in Essen. 2007 wurde Großmann mit dem Darstellerpreis der Hessischen Theatertage für ihre Rolle der Martha in »Wer hat Angst vor Virginia Woolf?« ausgezeichnet. 2015 und 2016 wurde ihr der Kinderhörbuchpreis BEO verliehen. Mechthild Großmann lebt in Hamburg.

Gottlieb Wallisch

– Klavier

Der aus Wien stammende Gottlieb Wallisch stand mit sieben Jahren zum ersten Mal auf der Konzertbühne und debütierte im Alter von zwölf Jahren im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins. Lehrer wie Heinz Medjimorec, Pascal Devoyon oder Oleg Maisenberg haben seinen musikalischen Weg mitbestimmt.

Ein Konzert unter der Leitung von Lord Yehudi Menuhin gab 1996 den Startschuss zu Wallischs internationaler Karriere: Mit der Sinfonia Varsovia führte der damals 17-Jährige in Wien das 5. Klavierkonzert von Beethoven auf. Seitdem ist Wallisch in den wichtigsten Sälen und Festivals der Welt zu Gast: Carnegie Hall New York, Wigmore Hall London, Kölner Philharmonie, Tonhalle Zürich und im NCPA Beijing, aber auch beim Klavierfestival Ruhr, Beethovenfest Bonn, Lucerne Festival, Salzburger Festspiele, Dezember-Nächte in Moskau und dem Singapore Arts Festival. Unter den Dirigenten, mit denen er als Solist auftrat, sind Giuseppe Sinopoli, Sir Neville Marriner, Dennis Russell Davies, Kirill Petrenko, Louis Langrée, Lawrence Foster, Mathias Bamert und Bruno Weil.

Auch die Liste der Orchester, mit denen er spielte, führt große Namen, darunter die Wiener Philharmoniker, Wiener Symphoniker, Royal Liverpool Philharmonic, Gustav Mahler Jugendorchester, hr-sinfonieorchester, BBC National Orchestra of Wales, Festival Strings Lucerne, Franz Liszt Kammerorchester Budapest oder das Stuttgarter Kammerorchester.

Neben seiner Konzerttätigkeit auf dem modernen Flügel widmet sich Gottlieb Wallisch seit einigen Jahren intensiv der Interpretation auf historischen Klavieren. Auf diesem Gebiet konnte er z.B. mit Christopher Hogwood und der Camerata Salzburg, dem Musica Angelica Baroque Orchestra Los Angeles oder dem Orchester Wiener Akademie unter Martin Haselböck zusammenarbeiten. Seine Gesamteinspielung aller Beethoven-Klavierkonzerte auf historischen Hammerflügeln mit dem Orchester Wiener Akademie, 2020 bei „cpo“ erschienen, wurde für den Opus Klassik-Preis nominiert.

Die Vorliebe für die Musik der 1920/-30er-Jahre und damit oft verbundene Wiederentdeckung von Werken verfemter Komponisten ist ein weiteres Feld der künstlerischen Arbeit von Gottlieb Wallisch, dokumentiert durch Weltersteinspiel-ungen von Jaromír Weinberger, Hans Gál, Erich Zeisl und aktuell Wilhelm Grosz.

Gottlieb Wallisch ist seit 2012 „Steinway Artist“. Von 2010 bis 2016 leitete er eine Klavierklasse an der Haute École de Musique de Genève, 2016 folgte er einem Ruf auf eine Professur an die Universität der Künste Berlin.

www.gottliebwallisch.com