Dirty Old Man

Donnerstag 04.06.2026 19:30 Uhr
Stefanie Reinsperger

Des Leben von Charles Bukowski

Kristallsaal
Schloss Rothschild
Waidhofen an der Ybbs

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„Die Lyrik geht auf die Straße, in die Puffs, in den Himmel, den Picknickkorb, die Whiskeyflasche“ schrieb einst der amerikanische Schriftsteller Charles Bukowski. Das war gleichzeitig Anspruch an sein eigenes Werk, mit dem er die überkommenen poetischen Traditionen sprengte: „Reformkost genügt nicht mehr.“ Vom Geheimtipp des Undergrounds in den 1960er-Jahren wurde er später ein berüchtigter Kultautor und heute ein moderner Klassiker, der seinen Platz in der amerikanischen Literaturgeschichte gefunden hat.

Er gilt als ein ungehemmter Schriftsteller: schlampig, unsozial und frei. Mehr als 40 Bücher hat der Außenseiter geschrieben, er wurde verachtet und verehrt. Wie kein anderer entzog sich Bukowski allen Klassifizierungen, vielmehr schrieb er gegen jede Anfeindung der etablierten Kritiker an. Es gab wohl keinen Autor, der so polarisierte wie er. Seine direkten und harten Texte sind zumeist autobiografisch, sie handeln von Alkohol, Drogen, Pferdewetten, Sex, Prostitution und der Brutalität des Lebens.

Mit zunehmendem Alter werden Bukowskis Prosa und Gedichte schlanker, so als ob er keine Zeit vergeuden wollte. Er schmiss alles raus, was er für Ballast hielt. Zwei Jahre vor seinem Tod gab er zu, dass Ruhm und Reichtum nicht zu verachten seien, sehnte sich aber nach den alten Tagen zurück, in denen er noch unbekannt war. Auf die Frage nach dem Geheimnis seines Erfolgs antwortet er: „Es war nur harte Arbeit, tagein, tagaus harte Arbeit, und das Gefühl, dass man glücklich dabei war.“
Häufig wurde ihm vorgeworfen, dass er ein trivialer Autor sei, nur über Sex und Saufen schreibe und darüber hinaus sexistisch sei. Gleichzeitig wurde er von der 68er-Bewegung gefeiert. Vor allem ist er zeitlos, weil seine Themen zeitlos sind und alle betreffen, in jeder Gesellschaft. Er selbst sagt von sich: „Man macht mich viel mutiger und begabter, als ich es gewesen bin. Es wird übertrieben … die menschliche Rasse übertreibt alles. Ihre Helden, ihre Feinde, ihre Bedeutung.“ Auf die Frage nach dem Sinn des Lebens antwortete er in einem Interview: „So ein Scheiß – nächste Frage.“
Am 9. März 1994 stirbt Charles Bukowski an einer Lungenentzündung.

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Stefanie Reinsperger

Stefanie Reinsperger ist eine vielfach ausgezeichnete Schauspielerin, die auf den großen Theaterbühnen ebenso zu Hause ist, wie in Kino und Fernsehen. Seit 2014 spielt sie am Wiener Burgtheater u.a. in Elfriede Jelineks „Die Schutzbefohlenen“ und die Kaiserin von Österreich in “Elisabeth!”. Am Berliner Ensemble verkörpert sie u.a. die Maulerin in „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“. Als Ermittlerin Rosa Herzog ist sie bis 2026 neben Jörg Hartmann im Dortmunder Tatort zu sehen und gewinnt dafür 2022 die Romy als beliebteste Schauspielerin in einer Serie/Reihe. Im gleichen Jahr erscheint mit “Ganz schön wütend” ihr erstes Buch. Ihr nächstes Projekt: Der Kinofilm „Vier Minus Drei“ von Adrian Goiginger, der auf der Berlinale 2o26 Premiere feiert und im April in die Kinos kommt.