Beethovens Erbe

Sonntag 03.05.2020 18:00 Uhr
Wiener Sextett – Ensemble

Kristallsaal
Schloss Rothschild
Waidhofen an der Ybbs

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Zu dem Dirigenten Hermann Levi meinte Johannes Brahms in einem Brief: „Ich werde nie eine Symphonie komponieren! Du hast keinen Begriff davon, wie es unsereinem zumute ist, wenn er immer so einen Riesen hinter sich marschieren hört.“ Beethoven wiederum zögerte lange, sich mit Streichquartetten in Wien zu präsentieren; ein Gebiet, auf dem sich W. A. Mozart und Joseph Haydn trefflich in die Höhe schaukelten.

Es ist nicht immer leicht, ein Erbe anzutreten und damit die eigenen Gedanken frei und frisch zu formulieren. So ist es besonders reizvoll, wenn der Waidhofner Geiger Stefan Pöchhacker, Mitglied der Wiener Symphoniker, mit Kolleginnen und Kollegen zwei Streichsextette präsentiert. Eine Musizierform, die im Konzert selten zu erleben ist.

Das Brahms’sche Streichsextett op. 18 wurde ein „langes, sentimentales Stück“, wie der Komponist es selbst formulierte. Er setzte mit seinen beiden Streichsextetten neue Maßstäbe in der Kammermusik für sechs Streicher. Ein volkstümlicher Ton durchzieht alle vier Sätze, ohne es je an motivisch-thematischer Akribie mangeln zu lassen. Brahms eben! Und Tschaikowski obendrein. Zu Beginn des Jahres 1890 reiste dieser nach Florenz, um in Ruhe an seiner Oper „Pique Dame“ schreiben zu können. Zurück in Moskau gab es nicht nur eine neue Oper, sondern ebenso ein neues Streichsextett mit Erinnerungen an die Zeit in Florenz. Tschaikowskis letztes kammermusikalisches Werk. Klangliche Opulenz und nicht enden wollende melodische Einfälle. Russische Steuer für Beethovens Erbe. Und Brahms? Wahlwiener.

Programm

 

Johannes Brahms

Streichsextett Nr.1 in B-Dur, op.18

Pjotr Iljitsch Tschaikowski

Streichsextett in d-Moll „Souvenir de florence“, op.70

Wiener Sextett

– Ensemble