Als ich nachher von Dir ging

Sonntag 26.05.2019 18:00 Uhr
Chris Pichler – Rezitation Martin Schwab – Rezitation VIVID Consort – Ensemble

Kristallsaal
Schloss Rothschild
Schlossweg 2
3340 Waidhofen an der Ybbs

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Erotisch gewürzte Texte über das „Vorspiel“ von Bertold Brecht, Florian Illies, Else Lasker-Schüler, Johann Wolfgang von Goethe, Wolfgang Amadé Mozart, Joachim Ringelnatz, Arthur Schnitzler, Robert Gernhardt, Erich Fried, bis hin zu arabischer Liebesdichtung. Gelesen von Kammerschauspieler Martin Schwab und Schauspielerin Chris Pichler. Auf doppeltem Boden umspielt vom genial jung wie weiblichen VIVID Consort. Sie singen und spielen von Sehnsucht, freudiger Erwartung und der Liebe selbst. Zeitlich weit vor dem Vorspiel der Literaten gelegen. Ein genüssliches Echo.

Programm

*****

FANTASIE
— John Coperario (1570–1626)
Rusticos Teufel und Alibechs Hölle
(3. Tag, 10. Geschichte aus: Il Decamerone) – Giovanni Boccaccio (1313–1375)

T’ANDERNAKEN
— Antoine Brumel (1460–1513)
Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund
– François Villon (1431–1463)
Küss’ mich – Louise Labé (1524–1566)

TAUNDER NAKEN
— Henry VIII. (1491–1547)
O liebliche Wangen – Paul Fleming (1609–1640) Die schönste Inclination – Christine Dorothea Lachs (1672–1716)

HÉLAS MADAME
— Josquin Desprez (1450–1521)
Das Vorspiel (aus: Das erotische Werk Goethes)
– Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) Hanswursts Hochzeit – Johann Wolfgang von Goethe

OH! WHAT SHALL I DO
– John Wilbye (1574–1638)
Bäslebrief – Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)

FA LA SOL
— William Cornysh (1465–1523)
Das richtige Wort – Heinrich Heine (1797–1865) Gleichgültigkeit – Ludwig Thoma (1867–1921) Schling’ mir den Arm um die lechzenden Glieder! – Fanny zu Reventlow (1871–1918)

AH! CRUEL AMARILLIS
— John Wilbye (1574–1638)
Die junge Frau und der Ehemann (5. Szene aus: Reigen) – Arthur Schnitzler (1862–1931)

BROWNING
— Elway Bevin (1554–1638)

***** Pause *****

GALLIARD
— Orlando Gibbons (1583–1625)
An die Ersehnte – Richard Dehmel (1863–1920) Liebe – Else Lasker Schüler (1869–1945) Offener Antrag auf der Straße – Joachim Ringelnatz (1883–1934)
Als ich noch ein Seepferdchen war – Joachim Ringelnatz

COME FOLLOW ME, FAIR NYMPHS
— Thomas Bateson (1570–1630)
Das neunte Sonett – Bertolt Brecht (1898–1956) Durch die Kammer ging – Bertolt Brecht Forderung nach Kunst – Bertolt Brecht Liebesgewohnheiten – Bertolt Brecht

SUS UNE FONTAYNE
— Johannes Ciconia (1370–1412) Vagabunden der Liebe – Al Moro

JE SUIS TROP JEUNETTE
— Mathieu Gascongne (+1529)
Inmitten aller Vergänglichkeit – Christine Busta (1915–1987)
Reigen – Ingeborg Bachmann (1926–1973)
Als er zurückkam – Ulla Hahn (1945)

AMOUR M’A LE CUER MIS
— Antonello da Caserta (14.–15. Jh.)
Schlechtes Gewissen im Bett (aus: Anleitung zum Unschuldigsein) – Florian Illies (1971)

I LOVE UNLOVED
— Anonymous from the court of Henry VIII. (17. Jh.) Liebe im Büro – Loriot (1923–2011)

UNE JEUNE FILLETTE
— Eustache du Caurroy (1549–1609)
Wie ich dich nenne – Friederike Mayröcker (1924)

O FELIX TEMPLUM JUBILA
— Johannes Ciconia (1370–1412)

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Chris Pichler

– Rezitation

Die mehrfach mit Preisen ausgezeichnete österreichische Schauspielerin verfügt über ein vielfältiges Charakterrollenrepertoire, dessen Brandbreite von der Klassik bis zur Moderne reicht und lebt in Wien und Berlin.

Sie spielt regelmäßig an renommierten deutschsprachigen Bühnen: Berliner Ensemble, Schauspiel Frankfurt, Schauspielhaus Hamburg, Ruhrfestspiele Recklinghausen, Festspiele Reichenau, Hans Otto Theater Potsdam, Schauspiel Dortmund, Musikverein Wien, Konzerthaus Wien, Theater in der Josefstadt, Volkstheater Wien, Staatstheater Wiesbaden, Wiener Festwochen, Deutsches Nationaltheater Weimar, Kunstfest Weimar, Altonale Hamburg, Grand Théâtre Luxembourg, Schlossparktheater Berlin, Meininger Staatstheater, Landestheater St. Pölten, Sommerfestspiele Perchtoldsdorf, Staatstheater Kassel etc.

Vom Publikum und Kritikern europaweit gefeiert sind ihre ausdrucksstarken Soloprogramme, in deren Mittelpunkt Frauen der Zeitgeschichte stehen wie Jackie Kennedy und Marie Antoinette, aber auch literarische Vorlagen, wie Molly Bloom von James Joyce. Allen voran „Romy Schneider – Zwei Gesichter einer Frau“. (Preis: Schauspielerin des Jahres Ö1 ORF). Mit ihrem Soloabend „Ich – Marilyn“ ist sie in vielen Theatern eingeladen: Berlin, Köln, Wiesbaden, Theater in der Josefstadt Wien, Ruhrfestspiele Recklinghausen etc. Für die Uraufführung ihres neuen Solotheaterabends “Sisi – Kaiserin der Herzen“ erntete sie von Kritik und Publikum höchste Anerkennung.

Den Zuschauern ist sie bekannt aus zahlreichen Kino- und Fernsehproduktionen, darunter Soko Donau, Soko Kitzbühel, Schnell ermittelt, Der Winzerkönig, Der Elefant, Herzdamen, Gebürtig und Blindflug.

Ihre erste Regie einer Barockoper „La Giuditta“ von Alessandro Scarlatti war am Hessischen
Staatstheater Wiesbaden 2017 ein großer Erfolg. Chris Pichlers markante Stimme ist von vielen Sendern in Deutschland, Österreich und der Schweiz gefragt (WDR, Deutschlandradio, RBB, SWR, MDR, ORF) und in zahlreichsten zum Teil preisgekrönten Hörbüchern und Hörspielen zu hören.

Sie schreibt Libretti, macht Musikproduktionen, Konzerte (Mozart, Haydn, Chopin etc.). Sie tritt mit Kinderkonzerten auf, u. a. in der Staatsoper Berlin, Jeunesse, Musikverein Wien („Dornröschen“, „Der Kleine Prinz“, „Paddington Bär“) und macht darin zum Teil auch die Geräusche. Ihre Lesungen sind inszenierte Theaterabende, deren Fassungen sie selbst erstellt (z. B. „Der gefährliche Duft der Liebe“). Sie tritt in Livehörspielen, wie der Trilogie „Hollywood On Air” (Konzerthaus Wien, Bar jeder Vernunft) oder „Gaslicht“ auf.

Chris Pichler verfügt über ein großes Lieder-Repertoire: Vom Wiener Lied bis zur Dreigroschenoper über Marilyn Monroe Songs bis hin zu Liedern der 20er Jahre.

Martin Schwab

– Rezitation

Martin Schwab, Kammerschauspieler und Ehrenmitglied des Burgtheaters, spielte in zahlreichen Uraufführungen von Autoren wie Thomas Bernhard, Peter Handke, Pater Turrini, Elfriede Jelinek, Gert Jonke, Botho Strauss und Tankred Dorst und arbeitete mit vielen bedeutenden Regisseuren zusammen. Er erhielt die Kainz-Medaille für Woyzeck und Beaumarchais in Clavigo und den NESTROY für den Bischof Gregor in Grillparzers Weh dem, der lügt. 2002 ehrte ihn das Land Wien mit dem Goldenen Ehrenzeichen.

Seit 1982 wirkt Schwab auch bei den Salzburger Festspielen mit und ist regelmäßig Gast der Festspiele Reichenau. Projekte, die Text und Musik verbinden, sind dem Künstler ein besonderes Anliegen. So z. B. Melodramen mit den Pianisten Stefan Vladar und Helmut Deutsch, im Musikverein unter dem Dirigenten Bruno Weil die Gesamtaufführung von Schumanns Manfred, mit Robert Holl und Oleg Maisenberg im Zyklus Poesie und Musik oder mit dem Klangforum Wien die Uraufführung von Einbalsamierer von Giorgio Battistelli.

Martin Schwab arbeitete im Musikverein und im Wiener Konzerthaus mit vielen Dirigenten zusammen, u. a. Michael Gielen, Hans Zender, Marcello Viotti, Manfred Honeck, Peter Keuschnig, Heinz Holliger und Gunnar Letzbor – und immer wieder mit dem Merlin Ensemble Wien, dem er sich besonders verbunden fühlt. Als Gast spielte er den Nathan 2017 im Berliner Ensemble und 2018 am Staatstheater in Stuttgart den König Lear.

VIVID Consort

– Ensemble

VIVID Consort bewegt sich zwischen Mittelalter-, Renaissancemusik und Zeitgenössischer Musik. Dem Zeitgeist entsprechend wird mit Blockflöten und Gesang den bewegenden Tiraden und bittersüßen Melodien vergangener Jahrhunderte neues Leben eingehaucht. Dem gegenübergestellt werden ausgewählte Stücke aus den letzten Jahrzehnten.
Zusammengeführt wurde das in Wien ansässige Ensemble vom Blockflötisten Thomas List, der sie seither als Mentor begleitet.

Stets Augen und Ohren für unkonventionelle Interpretationen, ausgefallene Konzertorte und genreübergreifende Kooperationen offen zu halten ist eine Gemeinsamkeit, die dazu führte, Genanntes im Kollektiv zu verwirklichen.

Die Auseinandersetzung mit historischen Quellen und mit unterschiedlichsten Künsten der vergangenen Epochen soll zu einem umfangreicheren Erleben und Verstehen der frühen Musik führen. In Anbetracht der Gegenwart verbinden sich die verschiedenen Blickwinkel zu einem homogenen, facettenreichen Ganzen.

In ihren Konzertauftritten schafft das VIVID Consort einen roten Faden zwischen Liedern und Stücken von Johannes Ciconia und Josquin Desprez bis hin zu Ludwig Senfl und Thomas Bateson. Beginnend in der Ars Nova wird ein abwechslungsreicher Bogen bis in die Anfänge des 17. Jahrhunderts geschaffen. Als Pendant dazu vervollkommnen Zeitgenössische Kompositionen das Programm.

www.vividconsort.com