Unsterbliche Geliebte

Sonntag 20.05.2018 18:00 Uhr
István Várdai – Violoncello Zoltán Fejérvári – Klavier

Kristallsaal
Schloss Rothschild
Waidhofen an der Ybbs

 

→ Karten online kaufen
→ Karten vor Ort kaufen

 

17:15 Uhr Programmeinführung mit Dr. Gustav Danzinger (ORF/Ö1)
Trauungssaal Schloss Rothschild

Wie gerne wäre man sich sicher über den Namen von Beethovens „unsterblicher Geliebter“. Sie klingt einzig in seinen Werken. Die selten gespielte Klaviersonate op. 78 erzählt von ihr. Dazu mischen die beiden ungarischen Virtuosen István Várdai (Violoncello) und Zoltán Fejérvári (Klavier) Werke nach Mozarts „Zauberflöte“ und Emotionales von Dmitri Schostakowitsch.

∗∗∗

Sendetermin Ö1:
Dienstag, 5. Juni, 14:05 Uhr
„Das Ö1-Konzert“

∗∗∗

Achtung: Fis-Dur lässt immer aufhorchen. Nie steht es zufällig in den Noten, schon gar nicht, wenn Ludwig van Beethoven am Werk ist. Seine Klaviersonate Nr. 24 in Fis-Dur op. 78 aus dem Jahr 1809 ist Gräfin Therese von Brunsvik gewidmet. Um diese Widmung ranken sich Gerüchte, Annahmen und Spekulationen. Ist sie es, oder ist sie es nicht?

Die „Unsterbliche Geliebte“ Ludwig van Beethovens, Schmerzensmann erotischer Abenteuer und verzweifelten Liebeswerbens. Heiß-kalt jagt es im Eröffnungssatz über die Schulter des Verliebten, unerhört sein Drängen. Emanuel Schikaneders Text zum Duett zwischen Pamina und Papageno ist auch ein „bisserl grauslich“: Sie: „Bei Männern, welche Liebe fühlen, / Fehlt auch ein gutes Herze nicht.“ Er: „Die süßen Triebe mitzufühlen, Ist dann der Weiber erste Pflicht.“ Beethoven ließ sich 1801 von Wolfgang Amadé Mozarts genial komponierten Gedankenaustausch zwischen dem von Standes wegen ungleichen Paares der Königin-Tochter Pamina und Vogelfänger Papageno zu „Sieben Variationen“ inspirieren.

Von großer Emotionalität ist auch Dmitri Schostakowitschs frühe Cellosonate op. 40 aus dem Jahr 1934 getragen. Im Jahr der Uraufführung seiner Oper „Lady Macbeth von Mzensk“, die den Bann „Chaos statt Musik“ der Stalin-Diktatur nach sich zog. Eine Affäre Schostakowitsch‘ zu dieser Zeit führte auch zu einer kurzzeitigen Trennung von seiner Ehefrau Nina Warsar.

In dieses hochemotionale Geflecht fügen sich der junge ungarische Cellist István Várdai und Pianist Zoltán Fejérvári. ARD-Preisträger, Stipendiat des Borletti-Buitoni Trust mit Auftritten u. a. in der New Yorker Carnegie Hall und dem Münchner Gasteig. Sie spielen die Bälle zwischen Beethoven, Mozart und Schostakowitsch sowie deren Lieben und Leben virtuos hin und her.

∗∗∗

Programm

Ludwig van Beethoven
Sonate Nr. 24 in Fis-Dur op. 78

Manuel de Falla
Siete canciones populares Españolas

Ludwig van Beethoven
7 Variationen zu „Bei Männern, welche Liebe fühlen“ aus W.A. Mozarts Oper „Die Zauberflöte“, WoO 46

Pause

Sergei Rachmaninoff
Vocalise op. 34 Nr. 14 in der Fassung für Violoncello und Klavier
(gewidmet der Sopranistin Antonina Vasilievna Nezhdanova (1873-1950))

Dmitri Schostakowitsch
Sonate für Violoncello und Klavier d-Moll, op. 40

∗∗∗

István Várdai

– Violoncello

István Várdai, geboren 1985 in Pécs, Ungarn, begann mit acht Jahren Cello zu spielen. Im Alter von zwölf Jahren wurde er an der Franz Liszt Musikakademie Budapest in die Klasse der „außergewöhnlich Begabten“ aufgenommen.

2005 wechselte er zu Reinhard Latzko an der Wiener Musikakademie. Darüber hinaus besuchte er Meisterkurse von Natalia Gutman, János Starker und Natalia Shakhovskaja. Von 2010 bis 2013 studierte er an der Kronberg Academy bei Frans Helmerson.

István Várdai ist Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe. Bereits drei Mal gewann er den Internationalen David Popper Musikwettbewerb (2000, 2003, 2004). 2006 erhielt er einen Spezialpreis beim Emanuel Feuermann Wettbewerb in Berlin und den ersten Preis des Internationalen Johannes-Brahms-Wettbewerbs in Pörtschach. Er ist Preisträger des Internationalen Tchaikovsky Wettbewerbs 2007 (Dritter Preis und Spezialpreis) sowie des Internationalen Musikwettbewerbs Genf 2008 (Erster Preis, Publikumspreis, Prix Pierre Fournier und Prix Coup de Coeur Breguet). 2014 erhielt er den ersten Preis beim ARD-Wettbewerb in München.

Seine Debüt-CD, für die er Werke von Elgar, Prokofiev und Janácek aufgenommen hat, erschien 2009 (Nascor). 2010 nahm er das Cellokonzert von Johann Baptist Vanhal mit der Camerata Schweiz unter der Leitung von Howard Griffith auf, 2015 Werke von Tchaikovsky für Cello und Orchester mit den Pannon Philharmonikern und Tibor Bogányi (Brilliant Classics). Seine CD „Singing Cello“ erschien in 2016 beim Label Hungaroton. 2017 erschien bei Brilliant Classics seine Aufnahme sämtlicher Bach-Cello-Solo-Suiten.

Seit seinem Orchesterdebüt 1998 in Den Haag trat István Várdai mit international renommierten Orchestern wie den St. Petersburger Symphonikern, dem Mariinsky Theater Orchester, der Österreichisch-Ungarischen Haydn-Philharmonie, dem Orchester des Bayerischen Rundfunks sowie dem Orchestre de Chambre Genève, dem Budapester Festivalorchester, dem Russischen Nationaorchester, der Camerata Schweiz, dem Orchestre de la Suisse Romande und der Kremerata Baltica auf. Er arbeitete u. a. mit Dirigenten wie Ádám Fischer, Mikhail Pletnov, Howard Griffith, Gilbert Varga, Zoltán Kocsis, Nicolás Pasquet, Gábor Takács-Nagy, Marcus Bosch, Roman Kofman und Simon Gaudenz zusammen.

Als Solist und Kammermusiker spielte er auf großen Festivals wie den Schwetzinger Festspielen, dem Festival de Bellerive, dem Menuhin Festival Gstaad, dem Jerusalem Kammermusikfestival, dem Festival de Radio France Montpellier, dem Budapest Spring Festival, der Cello Biennale Amsterdam, dem Kobe International Cello Festival, dem Yuri Bashmet Winter Arts Festival, Cello Festival der Kronberg Academy, Stavanger und West Cork Chamber Music Festival und Verbier Festival.

Seit Oktober 2013 ist er Lehrbeauftragter an der Kronberg Academy und künstlerischer Leiter des Emanuel Feuermann Konservatoriums. Seit 2015 ist er – mit dem Geiger Kristóf Baráti – künstlerischer Leiter des Kaposfest Kammermusikfestivals in Ungarn.

István Várdai spielt auf dem berühmten „du Pré-Harrell“ Stradivari-Cello aus dem Jahr 1673.

Zoltán Fejérvári

– Klavier

Zoltán Fejérvári ist Stipendiat des Borletti-Buitoni Trust und gibt regelmäßig Klavierabende in den bedeutenden Häusern in Europa und den Vereinigten Staaten, wie der Weill Hall, der Carnegie Hall in New York, dem Kimmel Center in Philadelphia, der Library of Congress in Washington DC, dem Gasteig in München, dem Lingotto in Turin, dem Palau de la Música in Valencia, der Biblioteca Nacional de Buenos Aires und der Liszt-Akademie in Budapest.

Als Solist ist er u. a. mit dem Budapest Festival Orchestra, dem Ungarischen Nationalorchester, dem Verbier Festival Orchestra und dem Concerto Budapest aufgetreten. Dabei arbeitete er mit Dirigenten wie Iván Fischer, Zoltán Kocsis, Ken-Ichiro Kobayashi und Gábor Takács-Nagy zusammen.

Als leidenschaftlicher Kammermusiker hat Zoltán Fejérvári mit dem Keller und dem Kadály Quartett gearbeitet sowie mit Gary Hoffman, Joseph Lin, Cristoph Richter, András Keller, Radovan Vlatkovic, Ivan Monighetti, Frans Helmerson and Steven Isserlis. Er war zudem Teilnehmer des Programms „Chamber Music Connects the World“ der Kronberg Akademie, der „Open Chamber Music“ von Prussia Cove und trat bei Listomania in Chateauroux, dem Tiszadob Klavierfestival und dem Encuentro de Música in Santander auf. Auf Einladung von Mitsuko Uchida nahm er von 2014 bis 2016 beim Marlboro Music Festival teil.

Im Mai 2017 gewann Zoltán Fejérvári den Ersten Preis bei der renommierten Montréal International Music Competition. Weitere Male wurden seine pianistischen Fähigkeiten bei der James Mottram International Piano Competition Manchester (Zweiter Preis), dem Ricard Viñes Klavierwettbewerb (Zweiter Preis) und dem Internationalen Wettbewerb für Klavier und Orchester in Cantu (Erster Preis) gewürdigt. Zoltán Fejérvári’s Aufnahme von Liszts Malédiction mit dem Budapest Chamber Symphony wurde mit dem Gran Prix du Disque ausgezeichnet. 2014 erschien eine Einspielung von vier Mozart-Violinsonaten mit Ernő Kállai beim Label Hungaroton.

Seit 2014 unterrichtet Zoltán Fejérvári Kammermusik an der Liszt-Akademie in Budapest.