Die schöne Müllerin

Samstag 14.04.2018 19:30 Uhr
Michael Schade – Tenor Justus Zeyen – Klavier

Kristallsaal
Schloss Rothschild
Waidhofen an der Ybbs

 

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Was wäre wenn? Wenn der Müllersbursch sie doch bekommen hätte, die „schöne Müllerin“? Diese Frage stellt sich nicht. Kammersänger Michael Schade erzählt die Geschichte wie sie Wilhelm Müller im Gedichte-Zyklus erdachte.
Für den doppelten Boden sorgt die Musik von Franz Schubert. Ein Traumfänger.

Seit über 15 Jahren hat Kammersänger Michael Schade Franz Schuberts Liedzyklus „Die schöne Müllerin“ im Repertoire; nach Texten von Wilhelm Müller, wegen seiner Begeisterung für die Unabhängigkeit Griechenlands auch „Griechen-Müller“ genannt. Weder hat Müller das Land je gesehen, noch seinen kongenialen „Vertoner“ Franz Schubert kennengelernt.

Wie kaum ein anderer seiner Generation versteht es Michael Schade, das Natürliche, das „wahre Gefühl“ der sich konzentrisch verdichtenden Lieder ans Licht zu bringen. Dabei ist ihm die Textdurchdringung oberstes Gebot. Hat er doch die deutsche Sprache ebenso im Blut wie die Erfahrungen eines „Wahlwieners“, der zwischen Gabriel von Eisenstein, Mozarts Tenorpartien oder Richard Wagners Stolzing lustvoll hin und her spaziert; geht es doch stets um seine Tessitura.

Am Ende der 20 Lieder der „Müllerin“ heißt es in „Des Baches Wiegenlied“: „Gute Nacht, gute Nacht! / Bis Alles wacht, / Schlaf‘ aus deine Freude, schlaf‘ aus dein Leid! / Der Vollmond steigt, / Der Nebel weicht, / Und der Himmel da oben, wie ist er so weit!“ Der Bach tröstet den vermeintlichen Selbstmörder, gescheitert in der Liebe um die schöne Müllerin; gescheitert am potenten Jägersburschen, über sich selbst gestolpert? Was als frohe Wanderschaft in munterem B-Dur anhebt – „Das Wandern ist des Müllers Lust“ -, schließt in E-Dur. Eine ozeanweite Entfernung im Quintenzirkel.

Biographischen Quellen und einigen Briefen zufolge, bezieht sich der Zyklus Wilhelm Müllers auf eine unerfüllte Liebe zu Luise Hensel, Schwägerin von Felix Mendelssohn Bartholdys Schwester Fanny Hensel. „Die schöne Müllerin“, lässt gut eine Stunde romantischer Ironie ihren Lauf, deren doppelten Boden Franz Schubert mit Lebens- und Liebeserfahrungen bespielt. Harmonische Brechungen ausstreut und scheinbar nebenbei Volkslieder zum kurzzeitigen Verweilen zaubert. Ein Traumfänger – ohne Happy End. Ein Glück, die Stimme Michael Schades zu hören.

Michael Schade

– Tenor

Gefeiert als einer der führenden Tenöre unserer Zeit, ist der Deutsch-Kanadier Michael Schade regelmäßig an den wichtigsten Opernbühnen und Konzerthäusern zu erleben.

Er gastierte beim Verbier, Lucerne, Grafenegg und Glyndebourne Festival, den Salzburger Festspielen, der Berliner und Hamburgischen Staatsoper, der Metropolitan Opera und der Canadian Opera Company.

Eine enge Zusammenarbeit verbindet ihn mit der Wiener Staatsoper, wo er in allen Mozart- und Strauss-Partien seines Fachs zu hören war. Darüberhinaus widmet sich Michael Schade intensiv der Konzertliteratur und dem Liedgesang.

Er arbeitet mit den renommiertesten Orchestern wie den Wiener und Berliner und New Yorker Philharmonikern, dem Royal Concertgebouw Orchestra, dem Cleveland Orchestra sowie den Symphonieorchestern von Toronto, Montreal und Boston unter Dirigenten wie Bolton, Bychkov, Chailly, Gergiev, Harding, Jansons, Jordan, Luisi, Mehta, Muti, Nagano, Rattle, Thielemann, Ticciati, Welser-Möst und Young zusammen. Seine musikalische Tätigkeit war stark geprägt von einer Vielzahl an Auftritten mit Nikolaus Harnoncourt. Liederabende führten ihn u.a. in den Wiener Musikverein, das Wiener Konzerthaus, in die Londoner Wigmore Hall, ins Concertgebouw Amsterdam, an die Mailänder Scala, in die Alice Tully Hall und Carnegie Hall in New York sowie zur Schubertiade Schwarzenberg.

Michael Schade hat eine Vielzahl von CDs vorgelegt, wobei sein breites Repertoire von Bachs Passionen bis zu Mahlers Lied von der Erde reicht. Als jüngste Einspielungen sind der Live-Mitschnitt von Schuberts SCHÖNE MÜLLERIN mit Rudolf Buchbinder sowie DVDs von ARABELLA und DAS LABYRINTH zu nennen.

2007 wurde dem Künstler der Titel Österreichischer Kammersänger verliehen. Michael Schade ist künstlerischer Leiter der Hapag-Lloyd Stella Maris Vocal Competition und der Internationalen Barocktage Stift Melk. Seit 2017 ist Michael Schade „Officer to the Order of Canada (OC)“.

Justus Zeyen

– Klavier

Geboren in Kiel, nahm Justus Zeyen zunächst Klavierunterricht bei Cord Garben, bevor er in Hannover u.a. bei Karl Engel und Bernhard Ebert studierte.

Konzerte als Solist und Kammermusiker, hauptsächlich aber als Liedpianist, führen Justus Zeyen durch Europa, die USA und Japan. Dabei trat er u.a. mit Juliane Banse, Dorothea Röschmann, Diana Damrau, Measha Brueggergosman, Florian Boesch, Siegfried Lorenz, Michael Schade, sowie den Chören des Bayerischen, Mittel- und Süddeutschen Rundfunks auf.

Er gab Liederabende u.a. an der Mailänder Scala, im Theater an der Wien, bei den Berliner und Wiener Festwochen, den Münchner Opernfestspielen, den Festwochen Bad Kissingen, beim Schleswig-Holstein Festival, bei der Schubertiade Schwarzenberg, beim Mostly Mozart New York, Tanglewood Music Festival, Tokyo Spring Festival und Oregon Bach Festival.

Seit ersten gemeinsamen Konzerten beim Kammermusikfest Lockenhaus 1994 verband Justus Zeyen eine sehr enge Zusammenarbeit mit Thomas Quasthoff. Sie konzertieren u. a. in der Berliner Philharmonie, der Wigmore Hall London, im Musikverein und Konzerthaus Wien, Concertgebouw Amsterdam, in Madrid, Barcelona, San Francisco, Boston, Los Angeles und in der Carnegie Hall New York.

In der jüngsten Vergangenheit war Justus Zeyen u.a. mit Christiane Karg, Florian Boesch, Michael Schade, Manuel Walser und Thomas Quasthoff (als Sprecher) im Concertgebouw Amsterdam, in Graz, Oxford, Paris, Berlin, Hamburg, Hannover, Madrid und beim Haydn Festival in Eisenstadt zu hören.

Sämtliche CD Veröffentlichungen bei der Deutschen Grammophon Gesellschaft wurden mit mehreren Preisen wie dem Echo Klassik, Cannes Award, Preis der Deutschen Schallplattenkritik und Grammy Nominierungen ausgezeichnet.

Justus Zeyen unterrichtet an der Musikhochschule Hannover.