Morgengabe

Sonntag 17.06.2018 18:00 Uhr
Rafael Fingerlos – Bariton Sascha El Mouissi – Klavier Dörte Lyssewski – Rezitation

Kristallsaal
Schloss Rothschild
Waidhofen an der Ybbs

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Richard Strauss und seine Ehefrau, die Sängerin Pauline Strauss-de Ahna, blieben sich in manchem Wortwechsel wohl nichts schuldig. Er akzeptierte ihr Urteil, sie sein Genie. Unter dem Titel „Morgengabe“ präsentiert der junge Salzburger Bariton Raphael Fingerlos Lieder von Richard Strauss, Franz Liszt und Gustav Mahler. Burgschauspielerin Dörte Lyssewski würzt mit Briefen.

Der junge Salzburger Bariton Rafael Fingerlos gehört zweifellos zu den spannendsten Sängern der jungen Generation. Seit der Saison 2016/17 ist er Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper und machte ein Jahr zuvor als Teilnehmer des Young Singers Project im Rahmen der Salzburger Festspiele auf sich aufmerksam. Seine aktuelle Lied-CD „Stille und Nacht“ hat international überschäumende Kritiken bekommen.

Fingerlos geht es primär immer um das Singen selbst, weniger um die Prominenz des Ortes. Egal wo, die Botschaft steht im Mittelpunkt. Jedes Lied bedeutet ihm eine Herausforderung die darin erzählte Geschichte mitzuteilen. Den Paarlauf Wort und Ton zum Schwingen und Gelingen zu bringen, macht den Blick auf den Ort des Geschehens zum Nebenschauplatz.

Der Topos um die „Unsterbliche Geliebte“ verwandelt sich in den Liedern Richard Strauss‘ zur „ewigen Minne“ – in eine Art Anbetung der direkten, forschen und nie wortkargen Gattin, der Sängerin Pauline Strauss-de Ahna mit „guter Miene“, die Alma Mahler-Werfel, selbst „verhängnisvolle Frau“ folgendermaßen charakterisierte: „Pauline Strauss… hatte einen starken musikalischen Instinkt… Aber man musste sehr auf der Hut sein, um nicht irgendwie große Taktlosigkeit an den Kopf geworfen zu bekommen. Sie sagte alles heraus, was und wie sie es dachte.“

Franz Liszt lebte seine Träume und liebte die Frauen. Daher sein allumfassender „Liebestraum“, um über Gustav Mahlers „Liebst Du um Schönheit“ nach Worten Friedrich Rückerts an den Rand autobiografischer Liebespein zu gelangen: „Ich habe einen Zyklus Lieder geschrieben, die alle ‚ihr‘ gewidmet sind“, schreibt der 24-jährige Gustav Mahler. Die Sopranistin am Staatstheater Kassel weist den jungen Kapellmeister ab. Halt findet der junge Komponist in den Texten aus der Volksliedsammlung „Aus des Knaben Wunderhorn“. Ewige Minne…

Rafael Fingerlos

– Bariton

Der Sänger Rafael Fingerlos wurde in Tamsweg in Salzburg geboren. Im November 2013 schloss er sein Masterstudium Sologesang an der Konservatorium Wien Privatuniversität mit Auszeichnung ab. Der Bariton ist Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe.

2015 war er Teilnehmer des Young Singers Project bei den Salzburger Festspielen. Im Februar 2016 debütierte er an der Semperoper Dresden als Papageno und im Herbst 2016 tourte er als Harlekin in „Ariadne auf Naxos“ mit der Nationale Reisopera durch die Niederlande.

 

Seit 2016/17 ist er Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper: Seine ersten Aufgaben waren Harlekin im Rahmen eines Japangastspiels in Tokio und das Hausdebüt als Dr. Falke in der „Fledermaus“.

2017 debütierte er bei den Bregenzer Festspielen als Morales in „Carmen“ und 2018 in den „Soldaten“ am Teatro Real in Madrid. Auch 2017/18 gastiert er regelmäßig an der Semperoper Dresden, dann erstmals auch als Figaro in Rossinis „Barbiere“. 2018/19 ist er dort Harlekin in einer Neuproduktion unter Christian Thielemann.

Das Lied und der Konzertbereich nehmen in seiner künstlerischen Tätigkeit eine zentrale Stelle ein. So sang er etwa zu Ostern 2017 die Bassarien in Bachs „Matthäuspassion“ beim Kreuzchor Dresden. Liederabende gibt er u.a. in London, Mailand, Florenz, an der Oper von Nizza, dem Nationaltheater Zagreb, im Mozarteum Salzburg, im Musikverein und Konzerthaus in Wien, bei den Musiktagen Mondsee, der Schubertiade in Vorarlberg, bei den Musikfestivals Znojmo und Kutna Hora in Tschechien, beim Schleswig-Holstein Musik Festival, Lucerne Festival oder Kammermusikfestival Utrecht.

Bei Harmonia Mundi erschienen Bach-Kantaten mit Rafael Fingerlos (die 2017 einen Echo Klassik gewonnen haben), bei Toccataclassics eine Lied-CD mit Welturaufführungen von Robert Fürstenthal, bei Oehms Classics eine erste Lied-CD mit dem Titel Stille und Nacht.

Sascha El Mouissi

– Klavier

Der Pianist Sascha El Mouissi, geboren in Frankfurt am Main, studierte Klavier an der Musikhochschule Mainz und Liedbegleitung an der Musikuniversität Wien bei Charles Spencer.

Sascha El Mouissi blickt bereits auf eine rege internationale Konzerttätigkeit zurück und wurde zu verschiedenen Festivals eingeladen. So führten ihn Konzertreisen nach England, Frankreich, Spanien, Italien, Österreich, Tschechien, in die Schweiz und Türkei, nach China und Nordafrika.

 

Er gab mehrere Male Recitals im Rahmen des LondonArtsFestivals in St. Martin in the Fields bei den Young Masters sowie bei der Beethoven Society of Europe, dem Arnold Schönberg Center Wien, dem Istanbul Musik Festival, dem Festival „Dialoge“, den Salzburger Festspielen, der Oper Nizza, der Schubertiade, dem Schleswig-Holstein Festival und dem Lucerne Festival. Ferner gastierte er an renommierten Häusern wie dem Konzerthaus Wien, dem Musikverein Wien, bei den Wiener Festwochen und im Salzburger Mozarteum.

Neben zahlreichen anderen Preisen wurde Sascha El Mouissi zuletzt mit dem Johannes-Gutenberg- Preis der Universität Mainz, dem Liedpreis des Ministeriums für Kultur des Landes Schleswig-Holstein und dem Theodor-Storm-Klavierpreis ausgezeichnet.

Verschiedene Rundfunk- und Fernsehaufnahmen sind für den SWR, Radio Bremen, BR und den ORF entstanden, CD-Aufnahmen für Oehms Classics, Gramola (Hebbel-Lieder; „Seid menschlich froh und gut“-Lieder auf Texte von J.H. Voß; Lieder nach Texten von Karl Gottfried von Leitner), bei dem Londoner Label Toccata Classics (Songs of Life and Passing, Robert Fürstenthal) und Coviello Classics (Media vita in morte sumus, vocal chamber music by Volker David Kirchner).
Meisterkurse für Liedgestaltung gibt Sascha El Mouissi u. a. am Shanghai Music Conservatory.

Dörte Lyssewski

– Rezitation

Dörte Lyssewski studierte in Hamburg an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst.

Es folgten Engagements an der Berliner Schaubühne, dem DT und BE und der Volksbühne in Berlin, dem Schauspielhaus Zürich, Bochum, den Wiener Festwochen und Salzburger Festspielen, der Ruhrtriennale, dem Théâtre de L’Odéon und der Opéra National in Paris, der Opéra Montpellier und dem Théâtre de la Monnaie Brüssel.

Seit 2009 spielt sie am Burgtheater. Sie arbeitete u.v.a. mit Peter Stein, Luc Bondy, Klaus Michael Grüber, Ernst Stötzner, Jürgen Gosch, Martin Kusej und Alvis Hermanis und u.a. mit Dirigenten wie Sylvain Cambreling, Ingo Metzmacher oder Alain Altinoglou.

Des weiteren ist sie als Sprecherin für Hörbücher und Hörspiele, als Synchronsprecherin, sowie in TV Filmen tätig. 2015 erschien ihr erstes Buch bei Matthes&Seitz in Berlin.