Haydn’s Love

Sonntag 10.06.2018 18:00 Uhr
Annette Dasch – Sopran Katrin Dasch – Klavier Karl Markovics – Rezitation

Kristallsaal
Schloss Rothschild
Waidhofen an der Ybbs

 

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Zwar war er mehr als unglücklich und kinderlos verheiratet, doch der Liebe keinesfalls abgetan. „Papa Haydn“ und die Pianistin Rebecca Schröter, die Dichterin Anne Hunter, die Pianistin Marianne Genzinger, die Sängerin Luigia Polzelli. Sie setzen diesen Abend mit den Schwestern Annette und Katrin Dasch sowie Karl Markovics unter bisweilen sehnsüchtige Spannung.

Annette Dasch hat eine besondere Beziehung zur Musik Joseph Haydns. 2007 brillierte sie in der Titelrolle der Haydn-Oper „Armida“ und feierte einen wahren Triumph. 2009 sang sie am 200. Todestag des „knorrigen Meisters“ die Sopranpartie in dessen Oratorium „Die Schöpfung“ für ein weltweites Fernsehpublikum. Das intime Genre Lied gestaltet sie mit ihrer Schwester Katrin Dasch am Klavier. Den Schalk, die Naturverbundenheit und die Schubert antizipierenden Melodien Haydns im Talon.

Er liebte eigentlich die Schwester. Seine Ehe mit Maria Anna Aloysia Apollonia Keller war arm an Emotion und blieb kinderlos. Die weite Welt und seine Erfolge in London, als der damals wohl berühmteste und wohlhabendste Komponist seiner Gegenwart, brachte weibliche Aufmerksamkeit: die Pianistin Rebecca Schröter, die Dichterin Anne Hunter, die Pianistin Marianne Genzinger, die Sängerin Luigia Polzelli.

So bietet dieser Abend mittels Liedern, Briefen und „deren Damen gewidmete Klaviermusik“ einen Türspalt offenen Blick auf Haydns Begegnung mit Etikette und Weiblichkeit.

Die Stimme von Karl Markovics bringt das Fass zum Überlaufen. Benetzt den Boden sanfter Anspielungen und treuer Sehnsüchte. Stichworte der Liederliste: „Der erste Kuss“, „Gegenliebe“, „Auch die Sprödeste der Schönen“, „She Never Told Her Love“ oder „The Lady’s Looking glass“, worin es heißt: „Trust not too much to that enchanting face / Beauty’s a charm, but soon that charm will pass.“ Annette Dasch und Karl Markovics werden sich die „Dating-Engpässe“ vortrefflich zuspielen.

Annette Dasch

– Sopran

Die Berlinerin Annette Dasch zählt zu den führenden Sopranistinnen unserer Zeit. Sie ist Gast der wichtigsten Opernhäuser und Festivals weltweit.

Zu den Verpflichtungen der Spielzeit 2017/18 zählen die Tannhäuser-Elisabeth unter Kirill Petrenko beim Japan-Gastspiel der Bayerischen Staatsoper München. An der Oper Zürich debütiert sie die Jenny in einer Neuproduktion von Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny.

Sie gibt ihr Debüt an der Wiener Staatsoper als Donna Elvira in Don Giovanni und kehrt später in der Saison als Lohengrin-Elsa an die Staatsoper zurück. Mit dem Basler Kammerorchester ist ihr Rollendebüt als Fidelio-Leonore geplant. An der Deutschen Oper Berlin singt sie die Rosalinde in einer von Rolando Villazon betreuten Neuinszenierung der Fledermaus. Konzerte und Liederabende singt sie in Frankfurt, Darmstadt und Brüssel u. a. Das Rheingau Musikfestival präsentiert Annette Dasch als Artist in residence 2018.

Zu ihren wichtigsten Partien zählen derzeit Donna Elvira (Mailänder Scala, Berliner Staatsoper, Bayerische Staatsoper München), Contessa (Royal Opera House Covent Garden London, Teatro Real Madrid, Théâtre des Champs-Elysées Paris, Metropolitan Opera New York, Oper Frankfurt), Fiordiligi (Bayerische Staatsoper München, Salzburger Osterfestspiele), Armida (Salzburger Festspiele), Antonia (Opéra National de Paris), Elisabeth (Oper Frankfurt), Elsa (Bayreuther Festspiele, Mailänder Scala, Bayerische Staatsoper München, Gran Teatre del Liceu Barcelona, Oper Frankfurt), Eva (Budapest Festival, Metropolitan Opera New York), Rezia (Bayerische Staatsoper München), Martinus Juliette (Oper Zürich) und Cordelia (Opéra de Paris).

Im Konzert arbeitet sie mit Orchestern wie den Berliner und Wiener Philharmonikern, dem Orchestre de Paris, dem RSB Berlin, dem Mozarteum Orchester Salzburg oder der Akademie für Alte Musik sowie mit Dirigenten wie Daniel Barenboim, Ivor Bolton, Sir Colin Davis, Gustavo Dudamel, Adam Fischer, Daniele Gatti, Nikolaus Harnoncourt, Paavo Järvi, Marek Janowski, Fabio Luisi, Kent Nagano, Andris Nelsons, Sir Roger Norrington, Seiji Ozawa, Helmuth Rilling, Sir Simon Rattle oder Christian Thielemann zusammen. Liederabende führen sie regelmäßig zu der Schubertiade Schwarzenberg, in den Wiener Musikverein, das Wiener Konzerthaus, zum Concertgebouw Amsterdam, in das Konzerthaus Dortmund und die Wigmore Hall London sowie die Philharmonien von Köln und Essen.

Annette Dasch studierte u. a. an der Hochschule für Musik in München. Als Exklusivkünstlerin von SONY BMG wurde ihre Debüt-CD Armida mit dem ECHO für die beste Operneinspielung ausgezeichnet. Ebenfalls bei SONY erschienen ist ihre CD mit Mozart-Arien. Aktuell liegen die Beethoven-Symphonien mit den Wiener Philharmonikern unter Christian Thielemann (SONY), Wagners Lohengrin mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter Marek Janowski (PentaTone) sowie als DVD und BLU-RAY der Lohengrin von den Bayreuther Festspielen 2011 (Opus Arte) vor. Zu weiteren Aufnahmen zählen Deutsche Barocklieder, Schumann’s Genoveva, Haydns Schöpfung, Re Pastore (DG) und Don Giovanni von den Salzburger Festspielen, Idomeneo aus München und Nozze di Figaro aus Paris.

Annette Dasch wurde 2014 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Katrin Dasch

– Klavier

Katrin Dasch, Pianistin aus Berlin, studierte bei Vida Kalojanova an der Universität der Künste sowie bei Prof. Georg Sava und Prof. Wolfram Rieger an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin. Als Liedbegleiterin und Kammermusikpartnerin war sie bisher zu Gast u. a. beim Schleswig-Holstein Musik Festival, der Schubertiade Hohenems, im Théatre de la Ville Paris und der Mozartwoche Salzburg.

Beim „BR-Musikzauber Franken“ -Wettbewerb erhielt sie den Sonderpreis für Liedbegleitung. Außerdem ist sie Pfitzner-Preisträgerin des Max-Reger-Wettbewerbs Weiden und war Stipendiatin der Bundesauswahl „Konzerte junger Künstler“. Neben diversen Rundfunkaufnahmen war sie auf 3sat in der Sendung „Annettes DaschSalon“ zu erleben, die derzeit in der Alten Oper Frankfurt beheimatet ist.

Seit 2011 hat Katrin Dasch einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin inne und ist außerdem als freiberufliche Musikpädagogin tätig.

Karl Markovics

– Rezitation

Karl Markovics begann seine Laufbahn 1982 am Wiener Serapionstheater. Ab 1985 trat er in Michael Schottenbergs „Theater im Kopf“ ebenso wie in Karl Welunscheks legendärem „Wiener Ensemble“ auf.

Seine erste Filmrolle übernahm Markovics 1991 in dem Kinofilm „Hund und Katz“ von Michael Sturminger. 1993 spielte er den Kirchingerwirt in Paul Harathers tragikomischem Roadmovie „Indien“.

Einem breiteren Publikum wurde der zweifache „Romy“-Preisträger als Bezirksinspektor Stockinger, zuerst in der österreichischen Krimiserie „Kommissar Rex“, danach in der Spin Off-Serie „Stockinger“ bekannt.

Es folgten zahlreiche Film-und Fernsehrollen, u. a. in „Drei Herren“, „Hinterholz 8″, „Late Show“, „Komm, süßer Tod“, „Franz Fuchs – ein Patriot“ und in über 50 weiteren nationalen und internationalen Produktionen. So spielte Karl Markovics an der Seite von Liam Neeson im Thriller „Unknown Identity“, zusammen mit Harvey Keitel und Ralph Fiennes in „The Grand Budapest Hotel“ oder im Vorjahr unter der Regie von Terrence Malick in dessem neuesten Werk „Radegund“.

Die Hauptrolle des Salomon Sorowitsch in Stefan Ruzowitzkys Film „Die Fälscher“ (2007), der 2008 als bester fremdsprachiger Film mit einem Oscar ausgezeichnet wurde, war Markovics’ bislang größter internationaler Erfolg.

2009 war er zusammen mit anderen österreichischen Filmschaffenden Mitbegründer der Akademie des Österreichischen Films. 2011 gab er mit dem Spielfilm „Atmen“ sein Debüt als Regisseur und Drehbuchautor. Die Produktion mit Thomas Schubert in der Hauptrolle wurde in die Reihe „Quinzaine des réalisateurs“ der 64. Filmfestspiele von Cannes eingeladen, mit 40 internationalen Preisen ausgezeichnet sowie 2012 mit 6 Österreichischen Filmpreisen ausgezeichnet. Sein zweiter Kinofilm „Superwelt“, mit Ulrike Beimpold in der Hauptrolle, hatte 2015 bei den 65. Filmfestspielen von Berlin seine Welturaufführung.

Neben seiner Arbeit vor und hinter der Kamera tritt Karl Markovics in den letzten Jahren vermehrt als Interpret von musikalisch-literarischen Programmen auf. So bestritt er gemeinsam mit dem Akkordeonisten Kszysztof Dobrek und dem Geiger Aliosha Biz den Abend „Meine Winterreise“ im Gläsernen Saal/Musikverein, oder stand zusammen mit dem Ensemble Barucco in der Produktion „The King Arthur Seance“ von Helmut Jasbar auf der Bühne des Theaters an der Wien.