Geschöpfe der Dunkelheit

Sonntag 28.05.2017 18:00 Uhr
Karl Markovics – Rezitation Polina Charnetckaia – Klavier

Kristallsaal
Schloss Rothschild
Waidhofen an der Ybbs

 

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Karl Markovics ist ein Spezialist für literarisch musikalische Grenzgänge. Der Schaupieler widmet sich genüsslich, elektrisierend den „Geschöpfen der Dunkelheit“. Er rezitiert E.T.A. Hoffmann, Charles Baudelaire oder Edgar Allan Poe. Die junge Moskauer Pianistin Paulina Charnetkaia serviert dazu Maurice Ravels „Gaspard de la nuit“ und Robert Schumanns „Geistervariationen“.

Der Schauspieler Karl Markovics widmet sich genüsslich, elektrisierend den „Geschöpfen der Dunkelheit“. Er liest aus den „Nachtstücken“ des romantischen „Kautzes“ Ernst Theodor Amadeus Hoffmann. Markovics gießt mit Ironie die „Blumen des Bösen“ von Charles Baudelaire und schaut in die schaurig-schöne, diese faszinierende Ecke von Edgar Allan Poe. Nächtliche, tief schwarze Abgründe tun sich auf.

Vor diesen machten auch Maurice Ravel und Robert Schumann nicht halt. Im Gegenteil, sie vertonten „den Kick“. Und diesem gibt sich die junge Moskauer Pianistin Paulina Charnetkaia mit hochvirtuoser Leidenschaft hin. Anders sind Maurice Ravels drei Vertonungen aus Aloysius Bertrands Gedichtsammlung „Gaspard de la nuit“ auch gar nicht zu bewältigen. „Ondine“, „Le Gibet“ und „Scarbo“ schmiegen sich an die „Geschöpfe der Dunkelheit“.

Robert Schumanns „Geistervariationen“, seine letzte Komposition vor seinem Aufenthalt in der Nervenheilanstalt Bonn-Endenich, drohten ihn in der Erinnerung Clara Schumanns „in die Hölle zu werfen“: ein Thema mit Variationen. Zu Tränen gerührt die Lauschende, huschendes Es-Dur.

Rausch und Rauch steigen auf.

 

Mit freundlicher Unterstützung der
Umdasch Group

Programm

 

Texte von
E.T.A Hoffmann, Charles Baudelaire, Edgar Allan Poe

 

Maurice Ravel
Gaspard de la nuit: Trois poèmes pour piano d’après Aloysius Bertrand
Ondine, Cis-Dur (Die Wassernixe)
Le Gibet, es-Moll (Der Galgen)
Scarbo, H-Dur (Der listige Kobold)

– Pause –

Robert Schumann
Thema mit Variationen in Es-Dur („Geistervariationen“)

Peter Iljitsch Tschaikowsky
„Wiegenlied“ op. 16/1
in der Bearbeitung für Klavier von Sergej Rachmaninow

Karl Markovics

– Rezitation

Karl Markovics begann seine Laufbahn 1982 am Wiener Serapionstheater. Ab 1985 trat er in Michael Schottenbergs „Theater im Kopf“ ebenso wie in Karl Welunscheks legendärem „Wiener Ensemble“ auf.

Seine erste Filmrolle übernahm Markovics 1991 in dem Kinofilm «Hund und Katz» von Michael Sturminger. 1993 spielte er den Kirchingerwirt in Paul Harathers tragikomischem Roadmovie «Indien».

Einem breiteren Publikum wurde der zweifache «Romy»-Preisträger als Bezirksinspektor Stockinger, zuerst in der österreichischen Krimiserie «Kommissar Rex», danach in der Spin Off-Serie «Stockinger» bekannt.

Es folgten zahlreiche Film-und Fernsehrollen, u. a. in «Drei Herren», «Hinterholz 8», «Late Show», «Komm, süßer Tod», «Franz Fuchs – ein Patriot» und in über 50 weiteren nationalen und internationalen Produktionen. So spielte Karl Markovics an der Seite von Liam Neeson im Thriller „Unknown Identity“, zusammen mit Harvey Keitel und Ralph Fiennes in „The Grand Budapest Hotel“ oder im Vorjahr unter der Regie von Terrence Malick in dessem neuesten Werk „Radegund“.

Die Hauptrolle des Salomon Sorowitsch in Stefan Ruzowitzkys Film «Die Fälscher» (2007), der 2008 als bester fremdsprachiger Film mit einem Oscar ausgezeichnet wurde, war Markovics’ bislang größter internationaler Erfolg.

2009 war er zusammen mit anderen österreichischen Filmschaffenden Mitbegründer der Akademie des Österreichischen Films. 2011 gab er mit dem Spielfilm «Atmen» sein Debüt als Regisseur und Drehbuchautor. Die Produktion mit Thomas Schubert in der Hauptrolle wurde in die Reihe «Quinzaine des réalisateurs» der 64. Filmfestspiele von Cannes eingeladen, mit 40 internationalen Preisen ausgezeichnet, sowie 2012 mit 6 Österreichischen Filmpreisen ausgezeichnet.  Sein zweiter Kinofilm „Superwelt“, mit Ulrike Beimpold in der Hauptrolle, hatte 2015 bei den 65. Filmfestspielen von Berlin seine Welturaufführung.

Neben seiner Arbeit vor und hinter der Kamera tritt Karl Markovics in den letzten Jahren vermehrt als Interpret von musikalisch-literarischen Programmen auf. So bestritt er gemeinsam mit dem Akkordeonisten Kszysztof Dobrek und dem Geiger Aliosha Biz den Abend „Meine Winterreise“ im Gläsernen Saal/Musikverein, oder stand zusammen mit dem Ensemble Barucco in der Produktion „The King Arthur Seance“ von Helmut Jasbar auf der Bühne des Theaters an der Wien.

Polina Charnetckaia

– Klavier

Polina Charnetckaia wurde 1991 in Moskau geboren. Ihren ersten Klavier­unter­richt erhielt sie mit 6 Jahren. Zu Beginn war sie Schülerin an der Skrjabin Musik­­schule in Moskau bei Marina Illina. Zu dieser Zeit studierte sie auch Quer­­flöte bei Elena Ostafieva.

Ab 2007 setzte sie ihr Studium am Chopin Musikcollege in Moskau fort und studierte dort bei Vera Nossina. Von 2011 bis 2012 war sie Studentin an der Gnessin Akademie in Moskau bei Vera Nossina.

Seit 2012 studiert sie in Zürich an der ZHdK bei Konstantin Scherbakov. Sie schloss ihren Master of Performance sowie ihren Master Specialized Perfor­mance mit Auszeich­nung ab. Derzeit studiert sie im Master Music Pedagogy bei Konstantin Scherbakov.

Polina ist Preisträgerin nationaler und internationaler Wettbewerb: unter ande­rem gewann sie den 1. Preis beim Duttweiler-Hug Wettbewerb Schweiz, den 2. Preis beim Wettbewerb für Zeitgenössische Musikinterpretation Schweiz, den Grand Prix bei „Music without limits“ Litauen, den Spezialpreis bei den „World Delphic Games“ Russland, den Spezialpreis bei „Kunst des 21. Jahr­hunderts“ Ukraine und den 3. Preis beim internationalen Klavierwettbewerb Serebriakov Russland.

Sie konzertierte solistisch und als Kammermusikerin in vielen Ländern Europas, u. a. in Deutschland, Italien, Litauen, Bulgarien, der Schweiz und Russland. Wertvolle Impulse erhielt sie von Dmitry Baschkirov, Konstantin Scherbakov, Vera Nossina, Victor Merzhanov, Zoltán Kocsis, Arie Vardi, Sergey Senkov und Alexey Skavronsky. Im Rahmen zahlreicher Kammermusik-Festivals konnte sie Erfahrungen im Klavier­trio und Klavierquartett sowie im Duo mit verschiede­nen Instrumenten sammeln und mit Künstlern wie Ulrich Koella und Evgeni Sinaiski zusammenarbeiten. Neben ihrer kammermusikalischen Tätig­keit tritt Polina Charnetckaia oft im Duo mit Gesang auf.