An den Mond

Sonntag 09.04.2017 18:00 Uhr
Jörg Demus – Klavier Elisabeth Breuer – Sopran

Kristallsaal
Schloss Rothschild
Waidhofen an der Ybbs

 

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Der österreichische Klavier-Doyen Jörg Demus taucht sein Programm in nächtliches Mondlicht. Der Pianist und Komponist begibt sich auf literarische Spuren der Romantik und bringt diese wie kein Zweiter zum Klingen. Demus verdichtet deutsche und französische Bezüge und spannt den Bogen von Beethoven bis Debussy und eigenen Werken.

Jörg Demus ist ein Doyen unter den erfolgreichen österreichischen Pianisten nach 1945. Der Gewinner des renommierten Busoni-Wettbewerbes in Bozen 1956 war und ist nie ein vordergründiger Virtuose gewesen. Er betrachtet und lebt die Musik zeit seines schon langen und reichen Lebens, er feiert am 2. Dezember 2017 seinen 89. Geburtstag, als „soziale Kunst“, als Fest der Poesie. So ist er Instrumentensammler, erzählt mittels dieser die Geschichte des Klaviers, spielt Kammermusik und komponiert eigene Werke, im Labyrinth des Romantischen verflechtet.

Jörg Demus ist auch abseits des Klaviers eine faszinierend vielschichtige Persönlichkeit. So ist es umso spannender, wenn gerade er am Klavier und mit Musik dem „Zauber der Nacht“ nachspürt. Um den rebellischen Korpus der „Mondscheinsonate“ in cis-Moll op. 27/2 von Ludwig van Beethoven vor der Pause, zieht Demus eine Spur mit Robert Schumann, Frédéric Chopin, Gabriel Fauré und Claude Debussy.

Nach der Pause heftet sich der Komponist Jörg Demus auf die Spuren von Eduard Mörikes Gedicht „Um Mitternacht“ und stellt diesem Kleinod die „Sternennacht“ aus seiner „Sonate Champêtre“ op. 19 gegenüber. Ehe Claude Debussys unterschiedlich vertonte „Mondlichter“ in den Nächten der Schumann’schen Davidsbündler ausklingen.

Jörg Demus literarische Kenntnisse und sein Wissen um die Kunst und Klänge der Zeit, sind atemberaubend. Wer ihm lauscht, folgt einer faszinierenden Magie der Nächte. Hört die wortlosen Erzählungen der Nachtverlorenen.

 

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Programm

 

Robert Schumann

„Des Abends“
aus den Fantasiestücken op. 12

„In der Nacht“
nach der Sage von Hero und Leander

Frédéric Chopin
Nocturne in Fis-Dur, op. 15/2

Gabriel Fauré
6ième Nocturne in Des-Dur, op. 63

Claude Debussy
Nocturne in Des-Dur

Ludwig van Beethoven
„Mondscheinsonate“ in cis-Moll, op. 27/2
Adagio sostenuto – Allegretto – Presto agitato

– Pause –

Jörg Demus
„Um Mitternacht“
nach Mörikes gleichnamigem Gedicht

„Sternennacht“
aus der Sonate Champêtre, op. 19

Claude Debussy
La terrasse des audiences du clair de lune
Die Terrasse der Zuhörerschaft des Mondlichts

Et la Lune descends sur le temple qui fût
Und hinter der Tempelruine geht der Mond unter

Clair de lune
Mondenschein

Robert Schumann
Nachtstück, op. 23/4
aus Die Davidsbündler, op. 6

Nr. 17 „Wie aus der Ferne“

Nr. 18 „Ganz zum Überfluß meinte Eusebius noch Folgendes,
dabei sprach aber viel Seligkeit aus seinen Augen“
aus der großen C-Dur-Fantasie, op. 17

III. Langsam getragen. Durchweg leise zu halten
„Sternenkranz“  (der usprüngliche Titel)

Jörg Demus

– Klavier

Jörg Demus wurde am 2. Dezember 1928 in St. Pölten geboren. Seine Mutter war Konzertgeigerin, sein Vater, Universitätsprofessor Otto Demus, war ein weltbekannter Kunsthistoriker.

Den ersten Klavierunterricht erhielt Jörg Demus im Alter von sechs Jahren. Schon mit elf Jahren trat er in die Wiener Staatsakademie für Musik ein.Neben humanistischen Gymnasialstudien absolvierte er Klavier bei Prof. Walter Kerschbaumer, Orgel bei Prof. Karl Walter, Kapellmeisterschule bei den Professoren Swarowsky und Krips und Komposition bei Joseph Marx.

Daran schloß sich eine Zeit ausgedehnter Studien im Ausland, besonders in Paris bei Yves Nat, bei Walter Gieseking in Saarbrücken, bei Wilhelm Kempff, Arturo Benedetti-Michelangeli und Edwin Fischer.

Im Alter von vierzehn Jahren debütierte Jörg Demus mit einem Klavierabend im Brahms-Saal der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien.

Im Jahre 1950 Debüts in London und Zürich, im Jahre 1951 die erste ausgedehnte Tournee durch Südamerika. Sein Debüt in Paris in der Salle Gaveau im Jahre 1953 wurde zu einer Sensation. Der Starkritiker des Figaro – Clarendon – schrieb eine begeisterte Kritik unter der Überschrift „Jörg Demus joue et gagne“ („Jörg Demos spielt und gewinnt“). 1956 erhielt Jörg Demus beim Internationalen Pianistenwettbewerb in Bozen den Premio Busoni.

Seither hat Jörg Demus in nahezu allen Musikzentren der Alten und Neuen Welt konzertiert. Dem Debüt in New York folgen jährliche Tourneen durch die USA, Japan, Asien, Australien und alle europäischen Staaten.

Seit vielen Jahren ist Jörg Demus gefeierter Gast bei internationalen Festspielen. Er hat unter Herbert von Karajan konzertiert, aber auch mit Joseph Krips, Carlo Zecchi, André Cluytens, Wolfgang Sawallisch, Seijo Ozawa, um nur einige zu nennen.

Viele seiner Schallplatten wurden mit internationalen Preisen ausgezeichnet. Bis jetzt liegt ein Repertoire von über 350 Langspielplatten, Compact Discs und Video-Aufnahmen vor, das Gesamteinspielungen des Klavierwerkes von Robert Schumann und Claude Debussy umfaßt, das „Wohltemperierte Klavier“ und die „Clavierübung“ von Bach, ferner Klavierkonzerte Bachs, Haydns, Mozart, Beethovens und Schumanns, aber auch zahlreiche Kammermusikwerke und Liedbegleitungen, besonders mit Dietrich Fischer-Dieskau, Elisabeth Schwarzkopf, Elly Ameling und Peter Schreier.

Das jahrzehntelange Sammeln alter Tasteninstrumente, die von Grund auf spielbereit restauriert wurden, hat Jörg Demus zu zahlreichen Schallplattenaufnahmen angeregt. An Beethovens 200. Geburtstag erklangen Beethovens Broadwood und sein Hammerflügel von Conrad Graf unter den Händen von Jörg Demus beim Beethoven-Fest in Bonn. Im Salzkammergut entstand sein Museum „Die Geschichte des Klaviers“.

In Meisterkursen besonders in Japan, USA und Italien, sowie in seinem Klaviermuseum im Salzkammergut ist Jörg Demus ein hochgeschätzter Pädagoge.

Ein Band mit musikalischen Aufsätzen ist bei Brockhaus unter dem Titel „Abenteuer der Interpretation“ erschienen, ebenfalls ein Buch über die Klaviersonaten Beethovens.

Seit einigen Jahren hat sich Jörg Demus auch der Komposition zugewandt. So entstanden Sonaten für Klavier und Violine, für Klavier und Violoncello, Trios, Kompositionen für Klavier Solo und zahlreiche Lieder.

1977 Verleihung des Beethoven-Ringes der Beethovengesellschaft Wien
1979 Verleihung der Mozartmedaille der Wiener Mozartgemeinde
1981 Ernennung zum Ehrendoktor Amherst
1986 Schumann-Preis der Stadt Zwickau
2006 Verleihung des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Klasse
2006 Ernennung zum Ritter der Französischen Ehrenlegion
2006 Welturaufführung der Oper ‘Der Tor und der Tod’ in Tokyo und Wien

Elisabeth Breuer

– Sopran

Die österreichische Sopranistin Elisabeth Breuer wuchs in Haus im Ennstal auf. Ihre Ausbildung erhielt sie bei Elisabeth Batrice an der Grazer Kunstuniversität.

Von 2009 bis 2016 war Elisabeth Breuer Ensemblemitglied am Linzer Landestheater, wo sie sich ein großes Repertoire in Oper und Operette erarbeiten konnte.

Zu ihren wichtigsten Partien in Linz zählen Gretel (Hänsel und Gretel), Norina (Don Pasquale), Constance (Dialogues des Carmélites), Despina (Così fan tutte), Anne Frank (Das Tagebuch der Anne Frank), Adele (Die Fledermaus) oder auch die Sopran-Partie in der Ballettproduktion „Carmina burana“.

Als vielseitige Konzertsängerin trat sie bisher mit Orchestern wie dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Concentus Musicus Wien, dem Bruckner Orchester Linz, dem L’Orfeo Barockorchester, dem Ensemble Zefiro oder dem Wiener Concert-Verein in Erscheinung. Sie ist regelmäßig zu Gast bei zahlreichen Festivals im In- und Ausland.

2013 wurde Elisabeth Breuer für ihre Darstellung der Constance (Dialogues des Carmélites) für den Österreichischen Musiktheaterpreis nominiert. 2014 erhielt sie den Jungensemblepreis der „Freunde des Linzer Musiktheaters“ und zuletzt wählten sie die Besucher des Linzer Musiktheaters zum Publikumsliebling der Saison 2015/16, wofür sie mit der Richard Tauber Medaille ausgezeichnet wurde.

Seit September 2016 ist Elisabeth Breuer als freischaffende Sängerin tätig. Seither war sie beim Festival Trigonale zu Gast, wo sie in Konzerten mit dem Miszla Baroque Orchestra und The Rose Consort of Viols auftrat. Sie gab als Donna Fulvia in Rossinis „La Pietra del Paragone“ ihr Italien-Debüt am Teatro Lirico di Cagliari auf Sardinien, gefolgt von ihren Auftritten in Zemlinskys „Der Zwerg“ am Teatro di San Carlo in Neapel.

Als Christel in Zellers „Vogelhändler“ war sie erstmals an der Oper Köln zu erleben, ebenso in der Münchner Philharmonie, wo sie mit Orffs „Carmina burana“ gemeinsam mit den Münchner Symphonikern zu hören war. Ihre künftigen Engagements führen die Sängerin in die Schweiz und nach Frankreich, um Bachs Johannespassion zur Aufführung zu bringen. Außerdem folgt sie Einladungen nach Magdeburg, Erfurt und ins Gewandhaus Leipzig, wo sie mit Mozarts C-Moll-Messe erstmals mit dem MDR Sinfonieorchester zusammenarbeitet.

Im Brucknerhaus Linz gastiert sie mit der 4. Symphonie von Balduin Sulzer gemeinsam mit dem Bruckner Orchester unter Dennis Russell Davies. Zudem wird sie erneut mit dem Gewandhausorchester Leipzig und auch erstmals mit der Staatskapelle Dresden in Erscheinung treten.